Sukzession

Es kom­men die ver­schie­dens­ten Suk­zes­si­ons­sta­dien vom Pio­nier– bis zum Ver­lan­dungs­sta­dium auf Indus­trie­bra­chen vor. Neben eini­gen Arten wie der Gro­ßen Pech­li­belle, die in allen Sta­dien auf­tre­ten, sind andere Arten cha­rak­te­ris­tisch für bestimmte Sukzessionsstadien.

Pio­nier­sta­dium

Neu angelegter Tümpel auf der Halde Ellinghausen in der ersten Vegetationsperiode Geringe Vege­ta­ti­ons­de­ckung und –struk­tur­ar­mut im Gewäs­ser sind in die­sem Sta­dium ebenso cha­rak­te­ris­tisch wie offene Ufer­be­rei­che. Typisch sind hier die Kleine Pech­li­belle und der Platt­bauch, die neu ent­stan­dene Gewäs­ser schnell besie­deln kön­nen. Auch der Süd­li­che Blaup­feil, eine Art mit Ver­brei­tungs­schwer­punkt im Süden, kann an Pio­nier­ge­wäs­sern ange­trof­fen werden.

Mitt­le­res Sukzessionsstadium

An Gewäs­sern im mitt­le­ren Suk­zes­si­ons­sta­dium ist die Vege­ta­tion bereits gut aus­ge­prägt, die Deckung aber noch nicht zu dicht, so dass es auch große freie Was­ser­flä­chen gibt. Die Ufer sind meist voll­stän­dig besonnt, da Schat­ten wer­fende Gehölze in der Regel feh­len. Derselbe Tümpel ein Jahr später - es ist bereits keine freie Wasserfläche mehr vorhanden. Das Gewässer verändert sich innerhalb kurzer Zeit An die­sen Gewäs­sern ist die Struk­tur­di­ver­si­tät hoch und sie zäh­len sowohl zu den arten­reichs­ten als auch zu den Gewäs­sern mit den meis­ten Habi­tat­spe­zia­lis­ten. Zu den typi­schen zäh­len die Süd­li­che, die Kleine oder die Glän­zende Bin­sen­jung­fer sowie die Gemeine Win­ter­li­belle. Sehr zahl­reich und häu­fig tritt auch der Große Blaup­feil auf.

Fort­ge­schrit­te­nes Sukzessionsstadium

Auch im fort­ge­schrit­te­nen Sta­dium kann es eine hohe Struk­tur­di­ver­si­tät geben, ins­be­son­dere wenn es sich um groß­flä­chige Gewäs­ser han­delt. Dort ent­ste­hen dif­fe­ren­zierte Pflan­zen­ge­sell­schaf­ten mit Röh­richt­gür­teln, Sub­mers– und Schwimm­blatt­ve­ge­ta­tion sowie Ufer­ge­höl­zen. Hier tre­ten Hufeisen-Azurjungfer, Klei­nes und Gro­ßes Gra­natauge oder Edel­li­bel­len Durch Baumaßnahmen oder Abgrabungen können wieder Teilflächen mit Pioniercharakter entstehen. Damit unterliegen Industriebrachen einer hohen Dynamik wie Blau­grüne und Herbst-Mosaikjungfer in beson­ders gro­ßen Zah­len auf.

Ver­lan­dungs­sta­dium

Kleine Flach­ge­wäs­ser kön­nen ins­be­son­dere durch dich­ten Röh­richt­be­wuchs sehr schnell ins Ver­lan­dungs­sta­dium über­ge­hen. Freie Was­ser­flä­chen ver­schwin­den und die Struk­tur­viel­falt nimmt mehr und mehr ab. Der Vier­fleck und die Gemeine Bin­sen­jung­fer sind typi­sche Arten. An aus­trock­nen­den Gewäs­sern kommt auch häu­fi­ger die Gefleckte Hei­de­li­belle vor.

Durch einen schnel­len Suk­zes­si­ons­ver­lauf kön­nen die Gewäs­ser einem schnel­len Wan­del unter­lie­gen – was auch zu einer hohen Dyna­mik im Arten­spek­trum führt. Da beson­ders kleine Flach­ge­wäs­ser schnell ver­lan­den, kön­nen besteht die Gefahr, dass wert­volle Habi­tat­struk­tu­ren und damit wert­volle Lebens­räume für viele gefähr­dete Arten inner­halb kur­zer Zeit wie­der ver­lo­ren gehen.