Künstliche Gewässer

Larve der Großen Königslibelle im Klärschlammbecken der Kokerei Hansa. Durch die ausgeprägte Submersvegetation im Becken können Larven verschiedener Arten in großer Zahl dort vorkommen Gewäs­ser auf Indus­trie­bra­chen sind immer anthro­po­gene Sekun­där­ge­wäs­ser. Auf Hal­den, Lager­flä­chen oder ver­gleich­ba­ren Bra­chen wei­sen diese Gewäs­ser meist natür­li­che Habi­tat­struk­tu­ren hin­sicht­lich Ufer­be­schaf­fen­heit, Vege­ta­ti­ons­aus­stat­tung und Umge­bung auf. Auf Werks­ge­län­den kom­men dage­gen ver­schie­dene Becken vor, die in Beton– oder Stahl­wände gefasst sind und deren Vege­ta­tion ent­we­der fehlt und zumin­dest teil­weise ange­pflanzt ist – die also künst­li­che Habi­tat­struk­tu­ren besitzen.

Die Arten­zah­len sind an sol­chen Becken deut­lich gerin­ger als an Tüm­peln oder Klein­wei­hern und das Arten­spek­trum ist gewöhn­lich. Rote Liste-Arten kom­men nur sel­ten vor, kön­nen sich in Ein­zel­fäl­len dort aber auch fort­pflan­zen. Die Eig­nung eines Beckens als Fort­pflan­zungs­ha­bi­tat für Libel­len hängt beson­ders von der Vege­ta­tion ab: Die Große Heidelibelle pflanzt sich auch in vegetationslosen, 2 m tiefen Betonbecken fort an viel­fäl­tig bewach­se­nen Becken sind meh­rere Arten in oft auch grö­ße­rer Indi­vi­du­en­zahl ver­tre­ten, wäh­rend vege­ta­ti­ons­freie Becken in der Regel gerin­gere Arten– und Indi­vi­du­en­zah­len aufweisen.