Gewässer auf Industriebrachen sind immer anthropogene Sekundärgewässer. Auf Halden, Lagerflächen oder vergleichbaren Brachen weisen diese Gewässer meist natürliche Habitatstrukturen hinsichtlich Uferbeschaffenheit, Vegetationsausstattung und Umgebung auf. Auf Werksgeländen kommen dagegen verschiedene Becken vor, die in Beton– oder Stahlwände gefasst sind und deren Vegetation entweder fehlt und zumindest teilweise angepflanzt ist – die also künstliche Habitatstrukturen besitzen.
Die Artenzahlen sind an solchen Becken deutlich geringer als an Tümpeln oder Kleinweihern und das Artenspektrum ist gewöhnlich. Rote Liste-Arten kommen nur selten vor, können sich in Einzelfällen dort aber auch fortpflanzen. Die Eignung eines Beckens als Fortpflanzungshabitat für Libellen hängt besonders von der Vegetation ab:
an vielfältig bewachsenen Becken sind mehrere Arten in oft auch größerer Individuenzahl vertreten, während vegetationsfreie Becken in der Regel geringere Arten– und Individuenzahlen aufweisen.