Hydrochemie

Ein Groß­teil der Gewäs­ser auf typi­schen “Indus­trie­sub­stra­ten” weist hohe pH– und Leit­fä­hig­keits­werte auf. Mög­li­cher­weise sind die Böden ins­be­son­dere auf Bra­chen der Stahl­in­dus­trie und Koke­reien und damit auch ein Teil der Gewäs­ser mit Alt­las­ten belas­tet. Trotz­dem kann aber nicht von einem direk­ten Ein­fluss auf die Ent­wick­lung der Libel­len­lar­ven aus­ge­gan­gen wer­den. Auch in Gewäs­sern mit hohen hydro­che­mi­schen Wer­ten konn­ten sowohl eine Viel­zahl an Libel­len­ar­ten als auch hohe Indi­vi­du­en­zah­len boden­stän­dig nach­ge­wie­sen werden.

Leben unter extre­men Verhältnissen

Die Große Heidelibelle stellt sich auf Industriebrachen als wenig anspruchsvoll heraus und war die einzige Art, von der auf der Sinteranlage Entwicklungsnachweise gelangen Trotz­dem kön­nen auf Indus­trie­bra­chen Ver­hält­nisse herr­schen, die es nur noch ein­zel­nen Arten mög­lich machen sich dort fort­zu­pflan­zen. Als Bei­spiel sei hier die Sin­ter­an­lage in Duis­burg genannt: Neben pH-Werten zwi­schen 10 und 12 und Leit­fä­hig­kei­ten von mehr als 2000 µS (gemes­sen bei weni­gen Ein­zel­mes­sun­gen) zeich­nen sich die dort vor­kom­men­den Tüm­pel durch eine sehr kurz­zei­tige Was­ser­füh­rung und feh­len­der Gewäs­ser­ve­ge­ta­tion aus. Die ein­zige nach­weis­lich boden­stän­dige Art ist die Große Hei­de­li­belle – sie scheint ihre Ent­wick­lung bis zum ers­ten Aus­trock­nen im Juni wei­test­ge­hend abschlie­ßen oder kurze Tro­cken­pha­sen erfolg­reich über­dau­ern zu können.