“Libellen hautnah erleben” war das Motto der Exkursion, die im Rahmen der Libellenausstellung am 04.09.2010 im Fredenbaumpark stattfand. Obwohl das Ende der Libellensaison um diese Jahreszeit schon nah ist, flogen dank des freundlichen Wetters noch einige Herbstlibellen.
Zuerst schauten wir am großen Teichen, aber hier entdeckten wir nur die Herbst-Mosaikjungfer, die Große Heidelibelle und einige Weidenjungfern. Die Glänzende Smaragdlibelle, die hier vor 2 Wochen am Ufer patrouillierte, tauchte leider nicht mehr auf. Am hinteren, kleineren Teich wurde es dann spannender. Dieser Teich ist wegen seines Röhrichtgürtels und den angelegten Seggenbulten viel interessanter für Libellen. Hier konnten wir die Kleine Pechlibelle, eine Becherjungfer, eine Blaugrüne Mosaikjungfer und sogar noch einen Blaupfeil auf unserer Artenliste ergänzen.
Außerdem konnten wir einige spannende Verhaltensweisen beobachten: Während das Blaupfeil-Männchen auf seiner Sitzwarte auf vorbeifliegende Weibchen wartete, flogen einige Heidelibellenpärchen im Tandemflug über den ufernahen Rasen und legten dort ihre Eier ab. Warum tun sie das nicht über dem Wasser? Viele Entwicklungsgewässer von Heidelibellen trocken im Sommer komplett aus – der während der Eiablage trockene Boden steht im Frühjahr wieder unter Wasser, so dass sich die Eier entwickeln können. Ob diese Taktik hier aufgeht, sei dahingestellt.
Dann entdeckte Elisabeth an den Ufergehölzen Eigelege von der Weidenjungfer. Die Weibchen dieser Libellenart stechen ihre Eier in die Rinde von Weichhölzern, wo die Eier im Schutz des Pflanzengewebes den Winter überdauern. Zu erkennen sind die Gelege an Zweigen, wo sich an den Einstichstellen kleine, geordnete “Knubbel” bilden.
Und zum Abschluss setzte sich eine Blutrote Heidelibelle auf Wolfgangs Hand ab, die für alle ein prima Fotomotiv darstellte – und allen Exkursionsteilnehmern wieder einmal bewies, dass Libellen völlig harmlos sind!