Exkursion im Fredenbaumpark

16. Oktober 2010 - 0:34

Schon am Treffpunkt wurde am Museumsteich nach Libellen Ausschau gehalten “Libel­len haut­nah erle­ben” war das Motto der Exkur­sion, die im Rah­men der Libel­len­aus­stel­lung am 04.09.2010 im Fre­den­baum­park statt­fand. Obwohl das Ende der Libel­len­sai­son um diese Jah­res­zeit schon nah ist, flo­gen dank des freund­li­chen Wet­ters noch einige Herbstlibellen.

Eigelege der Weidenjungfer Zuerst schau­ten wir am gro­ßen Tei­chen, aber hier ent­deck­ten wir nur die Herbst-Mosaikjungfer, die Große Hei­de­li­belle und einige Wei­den­jung­fern. Die Glän­zende Sma­ragd­li­belle, die hier vor 2 Wochen am Ufer patrouil­lierte, tauchte lei­der nicht mehr auf. Am hin­te­ren, klei­ne­ren Teich wurde es dann span­nen­der. Die­ser Teich ist wegen sei­nes Röh­richt­gür­tels und den ange­leg­ten Seg­gen­bul­ten viel inter­es­san­ter für Libel­len. Hier konn­ten wir die Kleine Pech­li­belle, eine Becher­jung­fer, eine Blau­grüne Mosa­ik­jung­fer und sogar noch einen Blaup­feil auf unse­rer Arten­liste ergänzen.

Libellen sind harmlos! Außer­dem konn­ten wir einige span­nende Ver­hal­tens­wei­sen beob­ach­ten: Wäh­rend das Blaupfeil-Männchen auf sei­ner Sitz­warte auf vor­bei­flie­gende Weib­chen war­tete, flo­gen einige Hei­de­li­bel­len­pär­chen im Tan­dem­flug über den ufer­na­hen Rasen und leg­ten dort ihre Eier ab. Warum tun sie das nicht über dem Was­ser? Viele Ent­wick­lungs­ge­wäs­ser von Hei­de­li­bel­len tro­cken im Som­mer kom­plett aus – der wäh­rend der Eiab­lage tro­ckene Boden steht im Früh­jahr wie­der unter Was­ser, so dass sich die Eier ent­wi­ckeln kön­nen. Ob diese Tak­tik hier auf­geht, sei dahingestellt.

Dann ent­deckte Eli­sa­beth an den Ufer­ge­höl­zen Eige­lege von der Wei­den­jung­fer. Die Weib­chen die­ser Libel­len­art ste­chen ihre Eier in die Rinde von Weich­höl­zern, wo die Eier im Schutz des Pflan­zen­ge­we­bes den Win­ter über­dau­ern. Zu erken­nen sind die Gelege an Zwei­gen, wo sich an den Ein­stich­stel­len kleine, geord­nete “Knub­bel” bilden.

Und zum Abschluss setzte sich eine Blut­rote Hei­de­li­belle auf Wolf­gangs Hand ab, die für alle ein prima Foto­mo­tiv dar­stellte – und allen Exkur­si­ons­teil­neh­mern wie­der ein­mal bewies, dass Libel­len völ­lig harm­los sind!